Der Preis der Freiheit: Die ungeschminkte Wahrheit über das Leben als digitaler Nomade
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Der Preis der Freiheit: Die ungeschminkte Wahrheit über das Leben als digitaler Nomade
– Vor- und Nachteile des digitalen Nomadentums
In letzter Zeit haben mich öfter Fragen erreicht zum Thema ohne festen Wohnsitz im Ausland arbeiten, deshalb dachte ich mir beleuchte ich in der heutigen Podcastfolge mal die Vor- und Nachteile des Lebens einer Digitalen Nomadin!
Digitale Nomaden können, wie der Name schon sagt, digital, also online arbeiten, und sind quasi permanent auf Reisen. Haben also keinen festen Wohnsitz. Das hat viele Vorteile, kann aber auch sehr stressig sein.
Ich würde mich zwar schon als Digital Nomad bezeichnen, aber dann doch eher als Slow Nomad – also einen langsam Reisenden Nomaden, denn ich war letztes Jahr 8 Monate in Bali und jetzt seit längerer Zeit in Australien.
Und nach über einem Jahr als Digitale Nomadin habe ich einige Vorteile auskosten dürfen, aber auch den ein oder anderen Nachteil erlebt.
Deshalb möchte ich mal ganz transparent die Karten auf den Tisch legen, ob das Leben als Digital Nomad wirklich so geil ist, wie es da draußen immer dargestellt wird!
Ich hoffe du bekommst durch diese Folge einen besseren Eindruck davon, ob dieses Lebenskonzept was für dich sein könnte oder eher nicht.
Die Vorteile
Okay lass uns zuerst mit den guten Dingen anfangen, was sind denn die Vorteile an einem freien Leben als Digitaler Nomade?
Ortsunabhängiges Arbeiten
First of all, ich glaube, das liegt auf der Hand, ist die Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten. Den Laptop und die Arbeit einfach mitzunehmen und dahin zu gehen, wo es einem gerade beliebt oder schönes Wetter ist.
Nicht an einen Arbeitsort oder Arbeitsplatz gebunden zu sein, die Freiheit zu haben, zu verreisen oder Freunde in anderen Städten zu besuchen, wann immer man will.
Die Freiheit zu haben, dauerhaft im Homeoffice oder von Spanien aus zu arbeiten.
Dem deutschen Winter entfliehen zu können, auf den in Deutschland ja strammen Schrittes wieder zugegangen wird.
Ich weiß noch, wie sehr ich es gehasst hab, wenn es wieder Herbst wurde und ich wusste, ein halbes Jahr von Dunkelheit, Wolken, Regen, Kälte und nicht wirklich draußen sein können, steht wieder vor mir. Das hat sich einfach wie verdammt viel Lebenszeit angefühlt.
Einfach selbst frei entscheiden zu können, letztes Jahr in Bali zu leben – so lange ich wollte – ist einfach unbeschreiblich und dafür bin ich so dankbar!
Flexible Arbeitseinteilung
Der zweite Punkt ist ganz klar die Flexiblen Arbeitszeiten und flexible Planung deiner Zeit und deines Alltags.
Als Digitaler Nomade bzw. in der Selbstständigkeit hast du die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wann und wie viel du arbeitest.
Du bist nicht mehr 40 Stunden pro Woche an ein Büro gefesselt, Fahrtzeit und Mittagspause noch on top natürlich.
Als Digitaler Nomade kannst auch mal eine Woche nur halb so viel Arbeit, wie normalerweise. Und selbst wenn man als Angestellte auch flexible Arbeitszeiten mit Gleitzeit hat, dann muss man natürlich ja trotzdem darauf achten, das wieder auszugleichen, weil man wird ja schließlich für Anwesenheit bezahlt.
Und wenn du nicht wirklich was zu tun hast, na dann sitzt du deine Zeit ab und wartest auf Feierabend. Am schlimmsten finde ich ja unbezahlte Überstunden, um dein Engagement zu zeigen. Wofür? Für ein Gehalt von dem man gerade so leben kann?
Für mich war dieses ganze System mit so vielen Begrenzungen, Erwartungen und Zwängen verbunden, dass diese 2 Punkte natürlich die für mich am wertvollsten sind am Digital Nomad-Dasein ist.
Ich schlafe eigentlich immer aus, stelle mir nur einen Wecker, damit ich abends auch noch einschlafen kann und sich nicht alles immer weiter nach hinten verschiebt. Aber vor 7:30 oder 8 Uhr klingelt mein Wecker eigentlich nie.
Dann starte ich immer erstmal super entspannt in den Tag mit nem Kaffee, nen Buch oder schaue irgendwas Interessantes auf Youtube. Und dann geht es an die Arbeit. Oder erstmal zum Brunch mit Freunden. Oder zum Yoga.. wobei Sport und Bewegung bei mir leider echt zu kurz kommt, aber das ist ein anderer Punkt.
Entweder mache ich abends Feierabend oder ich arbeite noch etwas länger, weil ich gerade Lust dazu habe. Und auch wenn ich am Wochenende arbeite, dann freiwillig. Oder weil ich mir unter der Woche ein paar Auszeiten gegönnt habe und trotzdem meine To Do’s schaffen will.
Das Arbeiten für einen selbst bringt eine ganz andere Motivation mit sich, als wenn man für einen Chef arbeitet und macht, was man vorgeschrieben bekommt. Es fühlt sich viel freier an. Freiwillig, weil man LUST dazu hat. Das ist ein ganz anderes Lebens- und Arbeitsgefühl.
Persönliches Wachstum und Entwicklung
Ein weiterer riesiger Vorteil des digitalen Nomadentums ist das enorme persönliche Wachstum und die ständige Weiterentwicklung, die damit einhergeht.
Als digitale Nomadin hast du die einzigartige Chance, Menschen aus allen Ecken der Welt kennenzulernen. Du tauchst in verschiedene Kulturen ein, erlebst unterschiedliche Länder und sammelst ständig neue Eindrücke. Das erweitert deinen Horizont auf eine Art und Weise, die im normalen Alltag kaum möglich wäre.
Du bist quasi dauerhaft dabei, deine Komfortzone zu verlassen. Jeder neue Ort, jede neue Herausforderung bringt dich dazu, flexibel zu sein, dich anzupassen und zu wachsen. Du lernst, mit Unsicherheiten umzugehen und findest kreative Lösungen für unerwartete Situationen.
Was ich besonders schätze, ist, dass du als Digital Nomad ständig lernst – und zwar nicht, weil es jemand von dir verlangt, sondern aus echtem Interesse und Neugier. Du lernst für dich selbst, um dein Leben zu verbessern und deine Fähigkeiten zu erweitern.
Ob es darum geht, eine neue Sprache zu lernen, um dich besser verständigen zu können, oder neue berufliche Skills zu entwickeln, um dein Business voranzubringen – du bist in einem Zustand des kontinuierlichen Lernens und Wachsens.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich anfangs manchmal überfordert war von all den neuen Eindrücken und Herausforderungen. Aber genau das hat mich dazu gebracht, über mich hinauszuwachsen. Heute bin ich viel selbstbewusster, offener und anpassungsfähiger als je zuvor.
Diese persönliche Entwicklung ist für mich unbezahlbar und einer der größten Vorteile des digitalen Nomadentums. Es geht nicht nur darum, die Welt zu bereisen, sondern auch darum, sich selbst besser kennenzulernen und ständig zu wachsen.
Menschen auf der ganzen Welt kennenlernen
Ein weiterer großer Vorteil ist die Möglichkeit, Menschen aus aller Welt kennenzulernen. Ich hab es ja gerade schon kurz erwähnt. Und war nicht nur irgendwelche Menschen, sondern oft Gleichgesinnte, die ähnliche Werte und Ziele haben wie du selbst.
Stell dir vor, du sitzt in einem Coworking Space in Bali, Thailand oder Portugal und bist umgeben von Menschen, die genauso denken wie du. Die auch den Mut hatten, aus dem klassischen 9-to-5-Job auszubrechen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ihre Geschichten zu hören oder wie sie ihr Geld verdienen, ist einfach unglaublich inspirierend! Und erweitert deinen eigenen Horizont so ungemein. Du stößt auf Möglichkeiten, von denen du vorher nicht mal wusstest, dass es sie gibt.
Und du lernst nicht nur neue Freunde kennen, sondern baust dir ein internationales Netzwerk auf. Menschen, die du vielleicht in ein paar Monaten in einem anderen Land wieder triffst oder mit denen du sogar zusammenarbeitest und sich Aufträge ergeben.
Und dann sind da natürlich noch die Einheimischen und ihre Kulturen. Du tauchst ein in völlig neue Welten, lernst andere Sichtweisen und Lebensweisen kennen. Das erweitert deinen Horizont ungemein.
Und das Beste daran? Diese Bekanntschaften und Verbindungen haben das Potential, ein Leben lang bestehen zu bleiben. Du hast plötzlich Freunde auf der ganzen Welt, bei denen du jederzeit anklopfen kannst. Das gibt dir nicht nur ein Gefühl von Freiheit, sondern auch von Verbundenheit mit der ganzen Welt.
Kosteneffizienz
Im 5. und letzten Punkt, den ich heute mitgebracht habe: Das Thema Geoarbitrage.
Als digitaler Nomade hast du die Möglichkeit, in Ländern zu leben, die deutlich günstigere Lebenshaltungskosten haben als beispielsweise Deutschland. Stell dir vor, du verdienst dein Geld in Euro, lebst aber in einem Land, wo die Mieten, das Essen und generell die Kosten viel niedriger sind.
Wobei man auch dazu sagen muss, Länder wie Bali und Thailand sind heute bei weitem nicht mehr so günstig wie früher und gerade Unterkünfte kosten einiges an Geld!
Da muss man vom Standard her schon ganz schöne Abstriche machen, vor allem wenn man allein unterwegs ist und Geld sparen will. Wo es aber immer noch super günstig ist, ist zB Vietnam oder Nordthailand in Chiang Mai!
Grundsätzlich lässt sich dennoch, auch in Ländern wie Bali, ein viel höherer Lebensstandard mit weniger Geld erreichen. Ich hatte in meinen Unterkünften zB immer ein Pool, Essen gehen oder Unternehmungen sind weitaus günstiger als in Deutschland und man darf das schöne und stabile Wetter und den Strand natürlich auch nicht vergessen.
Und dann gibt es natürlich noch den Punkt der Auswanderung.
Wenn du sagst, dir reicht es mal nach Deutschland zu Besuch zu kommen und dich weniger als ein halbes Jahr in Deutschland aufzuhalten pro Jahr, dann könnte das eine gute Möglichkeit für dich sein, einen riesen Batzen an Steuern zu sparen.
Meldest du dich nämlich in Deutschland komplett ab, gibst deine Wohnung auf und hast nichts, was dir einen Lebensmittelpunkt in Deutschland nachsagen könnte – und du auch in keinem anderen Land steuerpflichtig wirst, weil du dich zB ebenfalls weniger als 6 Monate diesen Ländern aufhältst, dann kannst du deine Firma so aufstellen, dass du 0€ Steuern zahlst.
Oder aber du meldest deinen Lebensmittelpunkt und deine Firma in einem Land an, das einen sehr viel geringeren Steuersatz in Deutschland hat.
Da gibt es unzählige Möglichkeiten! Und btw. ist auch eine sehr gute Krankenversicherung weitaus günstiger für Digitale Nomaden, als unsere Deutsche.
Du kannst also bis zu 50% deiner Steuern und Abgaben einsparen durch dieses Konstrukt und hast dieses Geld dann natürlich zur Verfügung, um zu Reisen oder fürs Alter anzulegen!
Das ist natürlich einer der größten Vorteile des digitalen Nomadentums, der aber natürlich auch einige Begrenzungen mit sich bringt.
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Die Nachteile
Kommen wir nun zu den Challenges und Herausforderungen, die als Digitale Nomadin auf dich zukommen können. Denn natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt und wir leben in einer Welt, in der alles 2 Seiten hat.
Der erste Punkt, den ich sehr schnell gespürt hab, als ich 2023 losgezogen bin, war:
Einsamkeit
die Einsamkeit.
Du gehst nicht mehr in ein Büro, in dem du deine Kollegen jeden Tag siehst. Aber viel schlimmer noch: Du bist irgendwo am anderen Ende der Welt ohne deine Familie oder Freunde und kennst einfach NIEMANDEN.
Vielleicht befindest du dich an einem völlig fremden Ort, musst erstmal herausfinden, wie hier alles funktioniert und bist dann noch wie ich nicht gerade der Typ Mensch, der einfach fremde Leute angequatscht!
Was mir dabei geholfen hat: Auf Meetups zu gehen (und eine der ersten zu sein, bevor es Grüppchen gibt), in die gleichen Cafés oder Coworking Spaces zu gehen oder sich im Gym oder so Kursen anzumelden.
Vor allem in Digital Nomad Hotspots, wie Bali, Thailand, Portugal, Mexico… gibt es so viele Menschen, die ebenfalls das gleiche Schicksal teilen wie du und dadurch auch super offen sind, neue Menschen kennenzulernen.
Das ist in einer deutschen Großstadt beispielsweise viel schwieriger Anschluss zu knüpfen.
Was für mich auch echt problematisch war am Anfang: ich hab fast 6 Monate quasi nur in einem Hotelzimmer gelebt. Dadurch ist bei mir nie so richtig ein “zu Hause” Gefühl eingetreten, weil die einzige bequeme Ecke das Bett war. Ich wollte dadurch aber nie mal den Tag zu Hause verbringen, um konzentriert arbeiten zu können, weil ich a) dann nur noch im Bett lebe und b) das Zimmer auch super dunkel war.
Ich hatte jeden Tag das Gefühl, ich muss das Haus verlassen und unter Menschen sein, sonst hab ich mich SO einsam und komisch gefühlt.
Dadurch, dass ich auch keine eigene Küche hatte, musste ich auch immer irgendwo hin fahren, um zu essen oder was bestellen. Sich mal eben schnell ein Brot oder bisschen Joghurt zu machen, was nicht möglich. Super ungünstig, wenn es geregnet hat und die Lieferdienste nicht aktiv waren…
Das ist auf jeden Fall ein Learning für mich, wenn ich länger bleibe und wirklich leben und arbeiten will, brauche ich eine bequeme Sitzmöglichkeit (und da reicht kein unbequemer Schreibtisch mit Blick auf die Wand) und eine Küche! Sodass ich auch ein “zu Hause” Gefühl erreichen kann und nicht immer unter Menschen gehen muss, um mich gut zu fühlen.
Freunde & Familie
Ein weiterer großer Nachteil des digitalen Nomadentums, den ich persönlich oft zu spüren bekomme, ist die Distanz zu Familie und langjährigen Freunden.
Wenn du auf der anderen Seite der Welt bist, kannst du nicht mal eben zum Kaffee bei deinen Eltern vorbeischauen oder spontan mit deiner besten Freundin einen Mädelsabend machen. Diese alltäglichen Momente, die man oft als selbstverständlich ansieht, fehlen plötzlich.
Klar, wir leben im Zeitalter von Videocalls und WhatsApp, aber lasst uns ehrlich sein: Irgendwann werden auch diese anstrengend und können echte Umarmungen oder gemeinsame Erlebnisse nicht ersetzen.
Je länger die Nachrichten werden, desto größer wird auch die Spanne, bis man antwortet. Und irgendwann vergisst eine Person es ganz. 6 Stunden Zeitunterschied machen es auch nicht einfach, einen Termin zum Videocall zu finden und man möchte ja auch nicht ständig nur noch in Calls mit allen hängen und im Umkehrschluss dann auch keine Zeit mehr haben, um Kontakte zu Menschen vor Ort zu knüpfen.
Und dann ist da noch die Sache mit den Besuchen in der Heimat. Flüge nach Deutschland sind oft teuer, besonders wenn man nur für kurze Zeit kommen möchte. Es ist ein Unterschied, ob man per One Way in ein neues Land fliegt, in das man 3 Monate oder mehr bleibt oder ob man 2 Wochen nach Deutschland fliegt und dann wieder zurück.
Dazu kommt, dass man vielleicht gar keine richtige Unterkunft mehr in der Heimat hat. Bei wem übernachtet man? Haben die Eltern noch genug Platz? Will man da überhaupt noch eine längere Zeit wohnen? Wie organisiert man all die Treffen in der kurzen Zeit?
Auf der anderen Seite des Spektrums stehen die neuen Freundschaften, die man als digitaler Nomade knüpft. Ja, man lernt viele tolle Menschen kennen, aber viele von ihnen reisen irgendwann auch weiter oder man selbst zieht an einen neuen Ort. Und dann fängt man gefühlt wieder bei 0 an.
Es kann echt schwierig sein, wirklich tiefe Verbindungen aufzubauen, wenn man weiß, dass man sich vielleicht bald wieder trennt.
Ich habe auch festgestellt, dass in der Digital Nomad Community viele sehr auf sich selbst fokussiert sind. Jeder ist auf seiner eigenen Reise und Prio Nummer 1 ist, das zu tun, was einen selbst gerade gut tut. Das merkt man manchmal finde ich sehr in der Art und Weise, wie gehandelt wird. Da ist oft so eine große Unverbindlichkeit hinter allem und nur ein Interesse an der eigenen Person in Unterhaltungen. Nicht nur zwischen romantischen Beziehungen, sondern auch unter Freunden. Das macht es manchmal schwierig, echte, tiefe Freundschaften zu entwickeln und manchmal bleibt man enttäuscht zurück und vermisst seine Freunde von zu Hause noch mehr.
Denn es ist ein Unterschied, wenn man auf kürzeren Reisen Bekanntschaften macht und sich mit allen oberflächlich erstmal gut versteht und ne tolle Zeit hat oder man dann mehr Zeit mit einer Person verbringt und den wirklichen Charakter kennenlernt und dann vielleicht feststellt “Oh ne, ist zwar eine nette Person, aber passt gar nicht zu mir, das sind nicht die Werte, die ich in einer Freundschaft suche”
Das ist ja eigentlich voll normaler dieser Prozess, dass man sich nicht mit jedem 100% gut versteht. Aber wenn man zu Hause in seinem Alltag mit seinen langjährigen Freunden ist, dann fällt das nicht so auf wenn da mal eine Person dabei ist, wo sich die Wege wieder trennen.
Aber für mich war dieser Unterschied erstmal voll der Schock, weil ich es sonst immer geliebt hab auf kürzeren Reisen neue Leute kennenzulernen und immer alle voll gerne mochte! Aber ein Urlaub ist eben nicht mit einem Alltag in einem fremden Land zu vergleichen, in dem man für längere Zeit lebt. Ich hoffe ich konnte verständlich ausdrücken was ich meine.
Falls du ähnliche Erfahrungen gemacht hast, schreib mir super gerne mal auf Instagram, das würde mich voll interessieren. Mein Name dort lautet @julia.lichtleben
Auf jeden Fall kann dieser ständige Wechsel zwischen oberflächlichen Bekanntschaften, wieder gefühlt bei 0 starten zu müssen und der Sehnsucht nach den vertrauten Menschen zu Hause oder generell nach tieferen Verbindungen, auf Dauer echt an einem zehren. Es ist definitiv eine der größeren Herausforderungen des Nomaden-Lebens, mit der man lernen muss umzugehen.
Aber dennoch bringt das Ganze ja natürlich auch Vorteile mit sich, auf die wir schon ausgiebig eingegangen sind! Und ich würde deshalb trotzdem nicht dauerhaft wieder in Deutschland leben wollen, dafür kommt einfach zu viel zusammen.
Organisation & Energie
Ein weiterer Aspekt, der glaub ich oft unterschätzt wird, ist der enorme Aufwand an Organisation, den das Leben als digitaler Nomade mit sich bringt. Es klingt zwar romantisch, ständig neue Orte zu erkunden, aber in der Realität ist es oft anstrengender, als man denkt.
Zuerst einmal musst du dich um die ganze Logistik kümmern. Flüge buchen, Unterkünfte finden, Visa-Regularien checken – das alles frisst Zeit und Energie. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich stundenlang damit verbracht habe, die perfekte Unterkunft zu finden, die sowohl bezahlbar als auch arbeitstauglich ist. Und manchmal ist das Thema echt nur noch zum verzweifeln. Vor allem weil es oft auf Bildern ganz toll aussieht und im echten Leben dann überhaupt nicht mehr. Und wenn man viel unterwegs ist, dann muss man das alle paar Wochen oder Monate wieder machen!
Wenn du dann an einem neuen Ort ankommst, fängt die Arbeit erst richtig an. Du musst dich ständig an neue Umgebungen anpassen, herausfinden, wie die Dinge in diesem Land funktionieren. Wo kauft man ein? Wie kommt man von A nach B? Wo gibt es gutes WLAN? All diese Dinge, die zu Hause automatisch ablaufen, erfordern plötzlich bewusste Entscheidungen und Recherche.
Dann kommt noch der soziale Aspekt dazu. Neue Leute kennenzulernen ist toll, aber es kann auch anstrengend sein, sich immer wieder vorzustellen, die gleichen Fragen zu beantworten und von vorne anzufangen. Du investierst viel Zeit und Energie in neue Bekanntschaften, oft nur um festzustellen, dass sie in ein paar Wochen schon wieder weiterziehen.
Manchmal, wenn ich gehört hab, dass jemand nur für ein paar Tage oder Wochen in Bali ist oder hier in Australien auf dem Working Holiday Visum, war ich dann so “Ah okay cool, schöne weiterreise, bis dann” Weil ich echt keine Energie mehr hatte, das in das Kennenlernen einer Person zu investieren und Zeit mit ihr zu verbringen, wenn es dann bei ein- oder zweimal blieb.
Was ich besonders herausfordernd fand, war die Suche nach guten Arbeitsplätzen. In jedem neuen Ort musste ich erst einmal die Cafés und Coworking Spaces auskundschaften, um herauszufinden, wo ich produktiv arbeiten kann. Das klingt vielleicht nach einem Luxusproblem, aber wenn du täglich mehrere Stunden arbeiten musst, ist es entscheidend, einen geeigneten Platz zu finden. Oftmals war in den Cafés, wo ich gut arbeiten konnte, das Essen nicht besonders toll..
Am Ende meiner Zeit in Bali hab ich gefühlt nur noch bei den selben 5 Restaurants bestellt, weil ich irgendwann echt kein Bock mehr hatte was neues auszuprobieren und einfach wissen wollte, was mich erwartet – weniger Energieaufwand.
All diese Dinge nehmen viel mentale Kapazität in Anspruch, die dir dann möglicherweise für deine eigentliche Arbeit fehlt. Ich habe oft gemerkt, dass ich am Ende eines Tages erschöpft war, obwohl ich gefühlt gar nicht so viel „gearbeitet“ hatte. Die ständige Anpassung an neue Umgebungen und das Lösen alltäglicher Probleme in fremden Umgebungen kann wirklich ermüdend sein.
Das soll nicht heißen, dass es nicht auch aufregend und bereichernd ist. Aber es ist definitiv eine Herausforderung, die man nicht unterschätzen sollte. Als digitaler Nomade musst du ein Meister der Organisation und des Energiemanagements werden, um langfristig erfolgreich und glücklich zu sein.
Manchmal hab ich das Gefühl, zu lange an einem Ort zu leben, langweilt mich. Aktuell stellt sich das so ein bisschen in Australien ein, weil ich ja auch den Mietvertrag noch bis Januar habe und nicht doppelt Miete zahlen will, wenn ich jetzt großartig rumreise.
So langsam hab ich das Gefühl könnte ich mal wieder Abwechslung haben und stabileres, wärmeres Wetter. Wenn dann aber wieder irgendwo alles neu und ungewohnt ist, kann es passieren, dass ich dann erstmal wieder Konstanten und Alltag für eine Weile brauche.
Aber ich finde das unglaublich spannend, sich selbst so besser kennenzulernen und als Digitaler Nomade und mit der Selbstständigkeit ja trotzdem immer irgendwo die freie Entscheidung zu haben.
Unbeständige Arbeitsumgebung
Ein weiterer Punkt, der eng mit dem vorherigen zusammenhängt, ist die ständig wechselnde Arbeitsumgebung. Als digitale Nomadin hast du selten einen festen Arbeitsplatz, und das kann echt herausfordernd sein.
Stell dir vor, du versuchst dich in einem belebten Café zu konzentrieren, während um dich herum Leute quatschen und Kaffeetassen klirren. Oder du sitzt in deinem Airbnb und kämpfst mit einem instabilen WLAN oder Motorsägen draußen, weil da gerade eine Baustelle ist. Diese ständig wechselnden Bedingungen machen es echt schwer, in einen guten Arbeitsflow zu kommen.
Besonders schwierig wird es, wenn man wirklich tief in eine Aufgabe eintauchen muss – das, was man „Deep Work“ nennt. In einer unruhigen Umgebung ist es fast unmöglich, sich über längere Zeit voll zu konzentrieren.
Mich hat damals in Deutschland schon gestört, wenn mein damaliger Partner nur im Flur vorbei gelaufen ist. Das hat mich schon aus meiner tiefen Fokusphase gerissen. Deshalb arbeite ich tatsächlich am liebsten zu Hause – komplett allein.
Aber dass es mit einem guten Arbeitsplatz zu Hause und diesem “zu Hause” Gefühl auch manchmal schwer sein kann auf Reisen, das haben wir ja schon festgestellt.
Und dann ist da noch die Ablenkung durch all die aufregenden Dinge, die um einen herum passieren. Während ihr versucht zu arbeiten, trefft ihr andere Reisende, die gerade zum Strand gehen oder einen coolen Ausflug machen. Das kann echt schwierig sein, da manchmal dann nein zu sagen und macht es schwer, motiviert und diszipliniert zu bleiben.
Coworking Spaces können hier eine Lösung sein, aber auch die sind nicht überall verfügbar oder manchmal recht teuer. Aber immerhin habt ihr Leute um auch, die auch fleißig arbeiten und wenn ihr die selben Leute immer wieder seht, entsteht vielleicht auch ein bisschen ein “Kollegen” Gefühl, aus Menschen, die hier arbeiten und leben und nicht nur Urlaub machen.
Diese unbeständige Arbeitsumgebung kann definitiv herausfordernd sein als Digitale Nomadin. Es ist etwas, wobei man auf der einen Seite sich kennenlernen darf, wie man am besten funktioniert und was man braucht und 2. manchmal auch einfach Disziplin aufbringen muss und sich feste Strukturen etablieren muss, damit man alles gut unter einen Hut bekommt.
Work-Life-Balance
Der letzte, aber sicher nicht unwichtigste Punkt, ist die Herausforderung, eine gesunde Work-Life-Balance als digitale Nomadin zu finden. Man könnte meinen, dass man mit der gewonnenen Freiheit automatisch eine bessere Balance hat, aber die Realität sieht manchmal anders aus.
Das größte Problem ist, dass alles ineinander verschwimmt. Arbeit und Freizeit, Wochentage und Wochenenden – plötzlich gibt es keine klaren Grenzen mehr. Ich habe manchmal echt mega die Einschlafprobleme, weil die Gedanken ums Business gekreist sind.
Manchmal fällt es mir auch schwer, mir überhaupt Zeit für coole Dinge einzuräumen oder das schlechte Gewissen kickt rein, wenn man mal weniger arbeitet.
Es erfordert wirklich Disziplin und bewusstes Zeitmanagement, um klare Arbeitszeiten festzulegen und diese auch einzuhalten. Man sollte es zur Priorität machen, Zeiträume für die Arbeit einzuplanen und sich daran zu halten – auch wenn der Strand oder der Infinity Pool verlockend klingt.
Gleichzeitig, ich habs ja auch schon kurz erwähnt, lernt man auch ständig neue Leute kennen, die einen zu aufregenden Aktivitäten einladen. Klingt verlockend, aber wenn man eigentlich arbeiten muss, kann das zu einem echten Konflikt führen.
Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich mich zerrissen gefühlt hab zwischen der Arbeit, die erledigt werden musste, und den einmaligen Erlebnissen, die ich verpassen würde. Es ist wirklich eine Herausforderung, hier die richtige Balance zu finden und nicht das Gefühl zu haben, ständig etwas zu verpassen – sei es Arbeit oder Abenteuer.
Zudem kann es passieren, dass man in einen Modus gerät, in dem man ständig „on“ ist. Weil man ja theoretisch immer und überall arbeiten kann, fällt es manchmal wirklich schwer, wirklich abzuschalten. Das kann auf Dauer zu Stress und sogar Burnout führen. Aber ich glaube, das hat weniger was mit dem Digitale Nomaden Leben zu tun, sondern ist generell eine Herausforderung, wenn man ein eigenes Business führt.
Die Kunst liegt darin, klare Grenzen zu setzen, sowohl für sich selbst als auch für Kunden und Mitreisende. Man muss lernen, „Nein“ zu sagen – sei es zu verlockenden Aktivitäten oder zu Kundenafragen außerhalb der selbst gesetzten Arbeitszeiten. Also wenn du nur vormittags arbeitest, dann muss sich dein Kunde auch danach richten. Und das ist okay so.
Eine gesunde Work-Life-Balance zu finden ist sowohl als digitaler Nomade als auch als Selbstständiger generell definitiv eine der größten Herausforderungen, aber gleichzeitig auch eines der größten Vorteile. Es erfordert viel Selbstreflexion, Disziplin und manchmal auch den Mut, Kompromisse einzugehen. Aber wenn man es schafft, kann man wirklich das Beste aus beiden Welten genießen.
Ich spreche da auch gerne von einer Work-Life-Integration, anstatt von einer Work-Life-Balance. Ich finde, das passt viel mehr zueinander, denn Arbeit fühlt sich manchmal auch gar nicht so sehr wie Arbeit an und gibt mir auch voll viel Energie. Und ich muss das ja nicht klar trennen voneinander, solange generell alles in Balance ist und nicht ein Part übertrieben wird.
So, das waren nun die Vor- und Nachteile des Lebens als digitale Nomadin. Wie du siehst, ist es nicht alles Sonnenschein und Palmen, sondern bringt auch echte Herausforderungen mit sich.
Aber weißt du was? Trotz all dieser Herausforderungen würde ich dieses Leben nicht eintauschen wollen. Die Freiheit, die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung und die einzigartigen Erfahrungen, die man macht, wiegen für mich die Nachteile auf.
Es ist wichtig, sich dieser Herausforderungen bewusst zu sein und Strategien zu entwickeln, um damit umzugehen. Mit der richtigen Einstellung und ein bisschen Übung kann man wirklich das Beste aus beiden Welten haben: die Freiheit zu reisen und gleichzeitig erfolgreich zu arbeiten.
Letztendlich geht es darum, seinen eigenen Weg zu finden. Vielleicht ist für euch eine Mischung aus Reisen und festen Standorten das Richtige. Oder du entscheidest dich, nur für einen Teil des Jahres nomadisch zu leben. Es gibt kein Patentrezept, aber die Möglichkeiten sind endlos.
Also, wenn du mit dem Gedanken spielst, digitale Nomadin zu werden: Trau dich! Es wird Herausforderungen geben, aber die Erfahrungen und persönliche Entwicklung, die ihr dabei durchmacht, sind unbezahlbar. Und wer weiß – vielleicht treffen wir uns ja eines Tages in einem Coworking Space irgendwo auf der Welt!
Und wenn du sagst, hey ich will unbedingt auch remote arbeiten können – ob das jetzt nun auf Reisen ist oder aus deinem zu Hause in Deutschland.. und du noch auf der Suche bist, nach einer Möglichkeit, wie du das für dich schaffen kannst.
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Alright, das solls auch gewesen sein mit der heuten Podcastfolge. Ich hoffe, sie hat dir gefallen und du konntest wertvolles für dich mitnehmen.
Schreib mir unbedingt mal auf Instagram unter @julia.lichtleben, ob ich noch was vergessen habe oder was deine wichtigsten Punkte sind!
Das interessiert mich total!
Wir hören uns in der nächsten Folge wieder und bis dahin wünsche ich dir alles Liebe!
Deine Julia
monatliche Mitgliedschaft
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